PFERDEPRAXIS REINFELD

Dr. Katharina Ehlers     

September 2022

Herpes-Impfpflicht für Turnierpferde ab 1.1.2023 - Was man jetzt wissen muss - mit Podcast

In anderen Bereichen von Pferdesport und -zucht gibt es schon länger Vorgaben zur Impfung gegen Herpes, um gefürchtete Ausbrüche dieser lebensbedrohlichen Krankheit zu verhindern. Ab dem 1.1.2023 gilt nun auch im Verfügungsbereich der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) eine Impfpflicht für Turnierpferde gegen EHV-1. Damit Sie und Ihr rechtzeitig informiert seid und entscheiden könnt, wie Ihr damit umgeht und ob die Notwendigkeit besteht, den Impfschutz Ihres oder Eures Pferdes oder Ponys anzupassen, hier ein paar Informationen. Wer lieber hört, als liest, dem sei der Podcast zum Thema Herpes beim Pferd der Gesellschaft für Pferdemedizin empfohlen.

Was passiert bei einer Herpes-Infektion beim Pferd?

Jede Tierart hat ihre eigenen Herpes-Viren, die also nicht auf andere Tierarten übergehen können. Bei Equiden - also Pferden, Eseln, ihren Kreuzungen und Zebras - kommen die equinen Herpesviren 1 bis 5 (EHV-1 bis EHV-5) vor, die sehr unterschiedliche Krankheitsbilder auslösen und gemeinsam haben, dass ein infiziertes Individuum nach der Ansteckung ein Leben lang Herpesviren in sich trägt, die z.B. in Stresssituationen und bei einem geschwächten Immunsystem wieder aktiviert werden können. Bei einer Reaktivierung oder einer zusätzlichen Infektion (sog. Superinfektion) können Krankheitssymptome auftreten und das Pferd kann andere Pferde mit Herpes-Viren anstecken. Besonders relevant ist das EHV-1, da es die schwersten Krankheitsverläufe hervorruft. Die Symptome reichen von Fieber über Nasenausfluss bis hin zu schweren neurologischen Ausfallserscheinungen mit Bewegungsstörungen bis zum Festliegen, Problemen beim Harn- und Kotabsatz und Verhaltensänderungen. EHV-1-Infektionen mit neurologischem Verlauf führen nicht selten zum Tod. Überleben die Pferde die akute Erkrankung, können langfristige neurologische Symptome zurückbleiben, die eine Unreitbarkeit oder eingeschränkte Lebensqualität des betroffenen Pferdes bedeuten können. Bei Züchtern gefürchtet sind EHV-1-Ausbrüche bei Zuchtstuten, die zu Aborten in der späten Trächtigkeiten oder der Geburt lebensschwacher Fohlen verursachen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Herpes-Infektion für mein Pferd?

Leider sind die Behandlungsmöglichkeiten für an EHV erkrankte Pferde sehr eingeschränkt. In den meisten Fällen bleibt nur eine symptomatische, unterstützende Behandlung mit entzündungshemmenden und fiebersenkenden Medikamenten, pflegerische Maßnahmen wie das Entleeren der Blase und des Enddarms sowie die Unterstützung durch Hängegeschirre bei eingeschränkter Stehfähigkeit. Diese intensive Therapie ist mit hohem Aufwand bei oft frustrierendem Ausgang verbunden. Medikamente, die die Vermehrung der Herpesviren hemmen, werden aufgrund der sehr hohen Kosten nur in Einzelfällen und mit fraglichem Erfolg eingesetzt. Da die Therapie so schwierig und wenig erfolgversprechend ist, gilt einmal mehr: Vorbeugen ist besser als heilen!

Wie kann ich einer Herpes-Infektion bei meinem Pferd vorbeugen?

Herpes-Infektionen bei Pferden zu verhindern, ist eine Team-Aufgabe. Da aktuell die Verbreitung von EHV in der Pferdepopulation aufgrund der lebenslangen Infektion und der geringen Impfquote sehr hoch ist, hängt die Verhinderung von EHV-Ausbrüchen an uns allen. Zunächst einmal sollte man sich allgemeine Hygienemaßnahmen im Umgang mit Pferden immer wieder in Erinnerung rufen. Dazu gehört die Quarantäne von neu im Betrieb eingestellten Pferden (extrem wichtig, leider fast nie praktiziert), Reduzierung von direkten Kontakten zu betriebsfremden Pferden z.B. auf Pferdesportversportveranstaltungen und hygienischer Umgang mit Equipment. Eine gute Übersicht an sinnvollen Maßnahmen bietet der Hygieneleitfaden der FN. Langfristig sollte eine Reduzierung der Viruslast in der deutschen Pferdepopulation das Ziel sein, um für uns alle, die wir mit Pferden umgehen, die Sorgen um schwere Herpes-Ausbrüche und tragische Erkrankungen von einzelnen geliebten Pferden seltener werden zu lassen. Ein wichtiger Schritt dazu, ist eine Erhöhung der Impfquote, insbesondere bei Pferden, die viele Kontakte zu Pferden außerhalb ihres Heimatstalls haben. Genau das ist das Ziel der Herpes-Impfpflicht für Turnierpferde.

Was bringt die Herpes-Impfung meine Pferd und welche Risiken gibt es?

Gegen EHV geimpfte Pferde scheiden im Falle einer Infektion (oder Reaktivierung einer latent bereits vorhandenen Infektion) weniger und kürzer Herpes-Viren aus, sind also weniger und kürzer ansteckend für andere Pferde. Mit den aktuell verfügbaren Impfstoffen kann kein perfekter Individualschutz erreicht werden, so ehrlich muss man sein. Das bedeutet, dass auch geimpfte Pferde erkranken und auch geimpfte Pferde im Falle eines Ausbruchs versterben können. Je mehr Pferde allerdings konsequent gegen EHV geimpft sind, desto geringer ist die Gefahr von großen Ausbrüchen und desto geringer ist auch die Gefahr für das eigene Pferd fatal zu erkranken. Wie bereits gesagt: EHV-Bekämpfung ist Teamarbeit! Der beste Erfolg wird mit Bestandsimpfungen erreicht, also der Impfung aller Pferde eines Betriebs und nicht mit individuellem "Kleinklein". Die Impfpflicht für Turnierpferde, die häufig Kontakt zu betriebsfremden Pferden haben, zum Teil unter nicht unerheblichem Stress und in fremder Umgebung, ist ein erster Schritt in diese Richtung. Wie bei jeder Impfung kann es auch nach Herpes-Impfungen zu Impfreaktionen wie Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber und Mattigkeit kommen. Nach unserer Erfahrung kommen diese Impfreaktionen bei allen verfügbaren EHV-Impfstoffen etwa gleich häufig, jedoch häufiger als bei Impfungen gegen Influenza, Tetanus oder West-Nil-Virus vor. In den allermeisten Fällen vergehen die Impfreaktionen innerhalb weniger Tage von selbst, in anderen Fällen kann mit entzündungshemmenden Medikamenten unterstützt werden. Schwere Nebenwirkungen, wie sie immer wieder in den sozialen Medien berichtet werden, sind äußerst seltene Ereignisse und oft ist der Zusammenhang mit der Impfung nicht sicher zu beweisen. Wir beraten Sie und Euch gern bei der Abwägung der Argumente für und gegen eine Impfung für Ihr und Euer individuelles Pferd, sollte es Bedenken gegenüber der Impfung geben.

Wie genau muss mein Pferd geimpft sein, damit es geschützt ist und auf Turnieren starten darf?

Für die Impfung stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung, die einem unterschiedlichen Impfschema folgen. Ein Wechsel zwischen abgeschwächtem Lebend- und Totimpfstoff ist erst nach der dritten Impfung möglich und nicht unbedingt empfehlenswert. Wir verwenden seit Jahren einen Totimpfstoff gegen EHV-1, für den eine Grundimmunisierung aus zwei Impfungen im Abstand von 28 bis 42 Tagen gefordert wird. Danach erfolgen die Auffrischungsimpfungen alle sechs Monate (+ maximal 21 Tage). 14 Tage nach der 2. Impfung der Grundimmunisierung ist das Pferd auf Turnieren startberechtigt bzw. 7 Tage nach einer Auffrischungsimpfung. Es gilt also das gleiche Impfschema wie für Influenza. Es kann sich also anbieten, die Impfungen gegen Herpes und Influenza zu verbinden, um so die Zahl der nötigen Impftermine übers Jahr zu reduzieren. In den meisten Fällen wird dies von den Pferden genauso gut vertragen, wie wenn die Impfungen getrennt erfolgen. Bitte prüfen Sie bei der Planung für Turnierstarts in 2023 rechtzeitig, ob Ihr Pferd bereits korrekt geimpft ist und beachten Sie dabei auch die Abstände länger zurückliegender Impfungen, da das o.g. Schema ab der Grundimmunisierung lückenlos durchgeführt werden muss. Eine Ausnahme gilt nur für Pferde, die in den letzten mindestens drei Jahren halbjährlich gegen EHV-1 geimpft wurden. Bei diesen Pferden sind Lücken in der länger als drei Jahre zurückliegenden Impfhistorie zulässig. Sollte Ihr Pferd noch keinen Impfschutz gegen EHV haben, muss vor dem ersten geplanten Turnierstart ausreichend Zeit für die Grundimmunisierung (mindestens 6 Wochen ab der ersten Impfung bis zum Start) eingeplant werden. Auf der Website der FN kann man die Vorgaben zur EHV-Impfpflicht hier nachlesen.

Ihr habt alles durchgelesen und trotzdem noch Fragen zur Herpes-Impfung? Dann kontaktiert uns gern telefonisch.


August 2022

Cushing hat viele Gesichter - Gutschein-Aktion zur Diagnostik ab dem 15. August

Langes, lockiges Fell, ein mühsamer Fellwechsel und eine Veränderung des Erscheinungsbildes mit Hängebauch und Senkrücken sind leicht zu erkennende Anzeichen dafür, dass ein Pferd am Equinen Cushing-Syndrom (auch bezeichnet als Pituitary Pars Intermedia Dysfunktion = PPID) leidet. Aber wussten Sie auch, dass wiederkehrende infektiöse Erkrankungen durch eine geschwächte Immunabwehr (z.B. Entzündungen der Augenhornhaut, Kieferhöhlenentzündungen, Hautpilz oder Hufabszesse), schlechte Wundheilung und übermäßiges Schwitzen Anzeichen für das Cushing-Syndrom sein können? 50 bis 80 Prozent der Pferde mit Cushing-Syndrom erkranken früher oder später an Hufrehe, welche dramatisch verlaufen kann und immer potentiell lebensbedrohlich ist. Studien zeigen, dass etwa 20 Prozent der Pferde im Alter über 15 Jahren an PPID erkrankt sind, aber auch jüngere Pferde können betroffen sein. Eine frühzeitige Diagnose und entsprechende Therapie kann den Pferden viel Lebensqualität schenken und schwere Verläufe verhindern.

Auch in diesem Jahr bietet die Firma Boehringer Ingelheim vom 15. August bis 30. September 2022 wieder eine Gutschein-Aktion für die Laborkosten zum Test auf Cushing mittels ACTH-Bluttest an. Weitere Informationen und den Gutschein zum Download finden Sie (ab dem 15. August) unter https://www.cushing-hat-viele-gesichter.de/

Für Terminvereinbarungen und bei weiteren Fragen kontaktieren Sie uns bitte rechtzeitig telefonisch.


Juni 2022

Foto: © Anja Medenwald-Hinz

Herzliche Glückwünsche den Siegern und Platzierten im Preis der Pferdepraxis Reinfeld

Nachdem pandemiebedingt in den letzten zwei Jahren die Siegerehrungen sehr spartanisch ausfallen mussten, konnten Sieger und Platzierte im Preis der Pferdepraxis Reinfeld, einer Reitpferdeprüfung, auf dem alljährlichen Turnier des RV Zarpen auf Hof Springbek sich wieder angemessen vom Publikum feiern lassen.

Es siegte der 4-jährige Hannoveranerwallach Stadtlander's Ishvara, vorgestellt von Cindy Schirmer.

Ich freue mich, diese tolle Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder unterstützen zu können und gratuliere noch einmal herzlich dem siegenden Paar und den Platzierten!


Mai 2022

Lisa Böttger verstärkt ab sofort als zweite Tierärztin das Team der Pferdepraxis Reinfeld

Ich freue mich sehr, dass nun, vier Jahre nach meinem Start in Reinfeld, mit Lisa Böttger als zweiter Tierärztin aus dem Ein-Frau-Unternehmen ein richtiges Praxisteam wird. So wird es uns in Zukunft möglich sein, an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr für Ihre und Eure Pferde und Ponys da zu sein, wann immer es nötig ist. Für alle, die Lisa Böttger bisher noch nicht kennengelernt haben, stellt sie sich Ihnen und Euch selbst vor.

Moin,

mein Name ist Lisa Böttger und die meisten von Ihnen und Euch kennen mich schon, da ich die Pferdepraxis Reinfeld bereits seit 2018 begleite. Ich bin in Hamburg geboren und in Norddeutschland aufgewachsen und verfolge seit ich denken kann, mein Ziel Tierärztin zu werden. Mit dem Abschluss meines Tiermedizinstudiums in München und der Approbation im Gepäck, freue ich mich nun sehr darauf, zurück im Norden Ihren und Euren Pferden und Ponys voller Motivation und Tatendrang als Tierärztin in allen Lebenslagen zur Seite zu stehen.

Ich habe das große Privileg, die Pferdepraxis Reinfeld mit allen Abläufen und viele ihrer Patienten bereits seit Jahren zu kennen. Während meines Studiums hatte ich - auch dank der pandemiebedingten Online-Vorlesungen - die großartige Gelegenheit, mir parallel zur theoretischen universitären Ausbildung im Fahrpraxisalltag umfangreiche praktische Fertigkeiten anzueignen und Erfahrungen in genau dieser Praxis zu sammeln, in der ich nun arbeiten werde. Darüber hinaus habe ich u.a. in einem mehrmonatigen Praktikum in der renommierten Fachpraxis des Kollegen Gerhard Assmann in Opfenbach vertiefende Kenntnisse im Bereich Pferdeintensivmedizin inkl. Kolikchirurgie und in der ganzen Bandbreite der Reproduktionsmedizin erworben.

Weitere Praktika und Hospitanzen habe ich unter anderem bei Dr. Petra Wanders, spezialisiert auf Pferdezahnheilkunde, und Anke Rüsbüldt, Fachtierärztin für Pferde und diplomierte Pferdeosteopathin, absolviert.

Ich freue mich, Teil des Praxisteams zu sein und auf die Zusammenarbeit mit Mensch und Tier.


März 2022

Ein Fohlen aus meiner Stute - Von der Bedeckung durch die Trächtigkeit

Jetzt im Frühling ist Fohlenzeit und deshalb möchte ich einige Informationen zum Thema Trächtigkeit zum Nachlesen bereitstellen. Viele Fragen zu Untersuchungen vor Zuchtbeginn und Besamung habe ich weiter unten zusammengestellt. Wer den Podcast "Mein erstes Fohlen" der Gesellschaft für Pferdemedizin mit Prof. Dr. Karsten Feige und Dr. Jutta Sielhorst noch nicht gehört hat, findet viele Informationen zum Nachhören hier.

Meine Stute wurde gedeckt oder besamt - Wie geht es jetzt weiter?

Optimalerweise wird die Stute am Tag nach der letzten Besamung noch einmal vom Tierarzt mittels Ultraschall untersucht, um sicherzugehen, dass der Eisprung erfolgt ist und somit der Befruchtungszeitpunkt genau eingegrenzt werden kann. Außerdem kontrolliert der Tierarzt, ob die Gebärmutter normal auf die Besamung reagiert hat oder ob es Anzeichen einer Entzündung - einer sogenannten post-breeding-Endometritis - als Reaktion auf das Sperma des Hengstes gibt. Ist Letzteres der Fall, muss schnell eingegriffen werden, um die Chancen einer erfolgreichen Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut zu erhöhen.

Darüberhinaus stellt der Tierarzt fest, ob nur ein Follikel, also eine "Eiblase", zum Eisprung gekommen ist oder ob es möglicherweise eine Doppelovulation gegeben hat. Kommen zwei Eizellen zur Befruchtung, besteht das Risiko einer Zwillingsträchtigkeit, die beim Pferd absolut unerwünscht ist, da fast nie zwei gut entwickelte, gesunde Fohlen zur Welt kommen sondern die Trächtigkeiten meistens mit Komplikationen bis hin zum Abort behaftet sind und ein großes Risiko auch für die Stute bergen.

Im Normalfall erfolgt die erste Trächtigkeitsuntersuchung am 16. Tag nach dem Eisprung. Zu diesem Zeitpunkt kann eine Trächtigkeit mittels Ultraschall in aller Regel zuverlässig erkannt werden und es bleibt, falls die Stute nicht tragend ist, genug Zeit bis zur nächsten Rosse, damit diese für einen neuen Versuch genutzt werden kann. Wichtig ist dabei zu bedenken, dass die Entwicklung des Embryos logischerweise vom Zeitpunkt der Befruchtung abhängt. Der Zeitpunkt der letzten Besamung ist dafür nicht ausschlaggebend, da bei der üblichen Frischsamen-Besamung die Spermien ja vor dem Eisprung auf die Eizelle "warten" und die letzte Besamung deshalb in manchen Fällen bereits zwei Tage vor dem Eisprung gewesen sein kann. Klingt kompliziert, ist es aber eigentlich nicht solange man in dieser kritischen Phase gut mit dem betreuenden Tierarzt kommuniziert und nicht an einer Ultraschalluntersuchung spart.

Gab es eine Doppelovulation und besteht damit das Risiko einer Zwillingsträchtigkeit, sollte bereits am 14. Tag und danach nach Ermessen des Tierarztes untersucht werden, um Zwillinge im Zweifel rechtzeitig zu erkennen und auf eine Einlingsträchtigkeit zu reduzieren. 

Zwillingsträchtigkeit am 15. Tag nach Doppelovulation: Beide Embryonen haben sich mit direktem Kontakt zueinander im gleichen Horn eingenistet, was eine intensive tierärztliche Überwachung erfordert, damit am Ende nur ein gesundes Fohlen geboren wird.


Trächtigkeit am 16. Tag: Die Frucht ist als runde Blase mit typischen hellen Reflexen oben und unten sichtbar.



Die Stute ist tragend! Und nun?

Eine erste positive Trächtigkeitsuntersuchung am 16. Trächtigkeitstag ist ein Anlass zur Freude, aber noch keine Garantie für ein fröhliches Fohlen 11 Monate später. Verluste in der frühen Trächtigkeit sind beim Pferd nicht selten. Deshalb sollte mindestens noch eine zweite Trächtigkeitsuntersuchung mittels Ultraschall um den 35. Tag herum durchgeführt, um die normale Entwicklung zu überprüfen. Zu diesem Zeitpunkt ist anhand des bereits sichtbaren Herzschlag festzustellen, ob der Embryo vital ist.

Optimalerweise werden jedoch zwei weitere Untersuchungen durchgeführt (28. und 42. Tag). Sollte die Stute innerhalb dieses Zeitraums resorbieren, also die die Trächtigkeit verloren gehen, ist es meisten noch gut möglich, die Stute in der selben Zuchtsaison erneut zu belegen. Ab der 7. Trächtigkeitswoche sinkt das Risiko von Trächtigkeitsverlusten deutlich und die Vorfreude auf das Fohlen darf wachsen.

28. Trächtigkeitstag: Die Frucht mit Herzschlag ist in der Fruchtblase sichtbar.


Weitere Trächtigkeitsuntersuchungen können um den 60. Trächtigkeitstag zur Geschlechtsbestimmung, die in den meisten Fällen jedoch nur eine Spielerei und damit nicht wirklich indiziert ist, als "Herbststutenuntersuchung" im Falle von Decktaxen-Splitting oder Erstattungen auf die Decktaxe bei Nicht-Trächtigkeit bis zu einem festgelegten Termin oder jederzeit bei dem Verdacht auf Komplikationen der Trächtigkeit z.B. bei Vaginalausfluss, Fieber oder vorzeitiger Euteranbildung erfolgen.

78. Trächtigkeitstag: Am Brustkorb des Fohlens ist bereits die Verknöcherung der Rippen erkennbar.


Welche besondere Vorsorge braucht die tragende Stute?

In der Frühträchtigkeit kann die Stute normal gefüttert und gearbeitet werden. Impfungen, Entwurmungen und Routine-Zahnbehandlungen können wie gewohnt durchgeführt werden. Wird die Stute krank, sollte der behandelnde Tierarzt unbedingt über die bestehende Trächtigkeit informiert werden, damit dies bei eventuell nötigen Medikationen beachtet werden kann.

Stuten, die bisher keinen Impfschutz gegen Herpes haben, sollten im 5., 7. und 9. Trächtigkeitsmonat gegen EHV-1 geimpft werden. Eine Infektion mit EHV-1 kann zu Aborten und lebensschwachen Fohlen führen. Auch wenn die Impfung keinen 100-prozentigen Schutz bietet, senkt sie das Risiko, insbesondere bei Impfung des kompletten Bestandes, für diese schweren Komplikationen deutlich. Bei Stuten mit bereits bestehendem Impfschutz sollten die Auffrischungsimpfungen in diesen Zeitraum der Trächtigkeit gelegt werden. Es sollte selbstverständlich sein, dass auch Zuchtstuten gegen Tetanus und Influenza entsprechend der Empfehlungen der StIKo-Vet geimpft sind. Dies dient nicht nur dem Schutz der Stute während der Trächtigkeit und Geburt sondern sorgt auch dafür, dass die Stute über das Kolostrum Antikörper gegen diese Krankheiten an ihr Fohlen weitergeben kann, sodass es ab dem ersten Lebenstag optimal geschützt ist.

Ab dem 9. Trächtigkeitsmonat steigt der Energie- und Eiweißbedarf der tragenden Stute durch die Größenzunahme des Fetus kontinuierlich. Die Zufütterung eines Mischfutters für Zuchtstuten sollte schrittweise begonnen werden, sodass Stute und Fohlen optimal versorgt sind. In aller Regel sind diese Mischfutter auch entsprechend mineralisiert, sodass keine zusätzliche Mineralfuttergabe mehr notwendig ist. Insbesondere ist auf eine erhöhte Kupferzufuhr für eine gesunde Knorpelentwicklung des Fohlens zu achten, da dies nach der Geburt nicht mehr kompensiert werden kann.

Wie lange dauert die Trächtigkeit beim Pferd überhaupt?

Die normale Trächtigkeitsdauer beim Pferd ist sehr variabel, was das Management und die Geburtsüberwachung für den Züchter nicht gerade leicht macht. Durchschnittlich dauert die Trächtigkeit 336 Tage, also etwa 11 Monate, jedoch können auch völlig normale Trächtigkeiten zwischen 320 und 380 Tage - im Extremfall bis 400 Tage  dauern. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Stute die Länge ihrer Trächtigkeit in der Regel selbst "richtig" festlegt und eine verlängerte Trächtigkeit fast nie ein Grund zur Beunruhigung ist. Manche Fohlen brauchen eben etwas länger, bis sie fertig "ausgebrütet" sind.


Februar 2022

Impfung gegen das West-Nil-Virus, Praxisjubiläum und Spendenaktion für Equiwent

Bald ist es wieder soweit: Damit Ihre Pferde und Ponys rechtzeitig vor der kommenden Mückensaison vor dem West-Nil-Virus geschützt sind, sollte die Auffrischungsimpfung bis spätestens Mai erfolgt sein. Auch für diejenigen unter Ihnen, die ihre Pferde und Ponys noch nicht haben impfen lassen, dies aber in Erwägung ziehen, bleibt ausreichend Zeit, den Impfschutz mit der Grundimmunisierung (zwei Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen) noch herzustellen. Weiterführende Information zum West-Nil-Virus habe ich hier zum Nachlesen zusammengestellt.

Ich möchte die diesjährigen Impfungen gegen das West-Nil-Virus mit einer Spendenaktion verbinden. Die Pferdepraxis Reinfeld feiert im März ihr 4-jähriges Bestehen. Ich nehme das zum Anlass, von den Einnahmen jeder Impfung gegen das West-Nil-Virus 4 Euro an die Equiwent Hilfsorganisation zu spenden. Der Preis der Impfung für Sie als Pferdebesitzer bleibt gegenüber den Vorjahren unverändert.

Die Equiwent Hilfsoganisation hat es sich seit fast 20 Jahren zur Aufgabe gemacht, das Leben der Arbeitspferde in Rumänien zu verbessern. Dabei arbeitet eine Gemeinschaft aus Tierärzten, Hufschmieden, Tierpflegern und studierten Sozialarbeitern daran, Tierschutz und humanitäre Hilfe zu verbinden, um so mit Entwicklungshilfe und Bildung nicht nur den Tieren sondern auch den Menschen dort den Weg in ein lebenswerteres Leben zu ebnen. Viele tierschutzwidrige Zustände entstehen (im Ausland genauso wie vor unserer Haustür) nämlich nicht aus Bösartigkeit oder mangelnder Tierliebe sondern aus Unwissenheit oder menschlicher Not heraus. 2015 hat der Verein eine modern ausgestattete Pferdeklinik eröffnet, in der inzwischen fünf Tierärzte in Vollzeit arbeiten und alle tierärztlichen Behandlungen für die Pferdehalter kostenlos sind. Wenn man die Berichte von Equiwent liest, wird einem wieder bewusst, wie gut es uns und unseren Tieren geht und wie wenig selbstverständlich das selbst innerhalb Europas ist. Mit dieser Spendenaktion die Arbeit einer solchen Organisation zu unterstützten und Aufmerksamkeit für deren Arbeit zu gewinnen, ist mir eine Herzensangelegenheit.



Ein Fohlen aus meiner Stute - Von der Idee bis zur Bedeckung - mit Podcast

Viele Stutenbesitzer träumen davon, aus ihrer Stute einmal ein Fohlen als Nachwuchspferd zu züchten oder spielen mit dem Gedanken, eine verletzungsbedingte Pause mit einem Fohlen zu überbrücken. Einige Fragen, die von Stutenbesitzern und Neu-Züchtern immer wieder an mich herangetragen werden, möchte ich hier in kompakter Form aufnehmen, um eine Orientierung zu bieten und auch Enttäuschungen oder böse Überraschungen zu vermeiden.

Ist meine Stute als Zuchtstute geeignet?

Zuerst sollte man sich als Stutenbesitzer genau überlegen, was das Zuchtziel sein soll. Will man das Fohlen für sich selbst behalten oder eventuell doch verkaufen? Ist letzteres eine wahrscheinliche Option, sollte man von völlig verrückten Anpaarungen, die außer einem selbst niemand attraktiv findet, absehen. Schließlich soll das geplante Fohlen später eine gute Zukunft in besten Händen haben. Bei Stuten mit großen Exterieurmängeln (Fehlstellungen z.B.) oder schweren Vorerkrankungen, die möglicherweise sogar das reitsportliche Aus für die Stute bedeutet haben, sollte man sich 1. überlegen, ob der Stute die Strapazen einer Trächtigkeit guten Gewissens zuzumuten sind und 2. mit dem Tierarzt darüber sprechen, wie hoch die Gefahr der Vererbung von gesundheitlichen Anfälligkeiten ist. Schließlich ist es nicht sinnvoll, aus einem kranken Reitpferd ein neues, sehr wahrscheinlich nicht langfristig als Reitpferd gesundes Pferd zu züchten. Zu guter Letzt spielt auch das Alter der Stute eine wichtige Rolle für ihre Nutzung als Zuchtstute. Ab einem Alter von 15 Jahren nimmt die Fruchtbarkeit von Stuten deutlich und stetig ab, je älter die Stute also ist, desto geringer ist die Chance, dass sie tragend wird, umso höher ist möglicherweise der Aufwand und außerdem steigt das Risiko für Aborte und Trächtigkeitskomplikationen, die auch für die Stute gefährlich sein können. Dieses Risikos - für die Gesundheit der Stute und auch das eigene Portemonnaie - sollte man sich bewusst sein, bevor man sich entscheidet, mit der eigenen Stute zu züchten.

Welche Voruntersuchungen sind zwingend nötig? Welche weiterführenden Untersuchungen können außerdem sinnvoll sein?

Zunächst einmal ist es wichtig, den Zyklusstatus der Stute zu kennen. Dafür sollte der Besitzer die Stute genau beobachten und sich notieren, wann die Stute rossig war. Normalerweise dauert ein kompletter Zyklus 21 Tage, wobei die Rosse selbst je nach Stute ca. 5 Tage dauert. Je genauer man als Besitzer seine Stute beobachtet und den Tierarzt über den Zyklusstatus informieren kann, desto weniger tierärztliche Untersuchungen sind nötig, um den Zeitpunkt für Probenentnahmen und Besamungen festzulegen.

Ist der Zyklusstatus der Stute unbekannt, kann dieser durch (meist) wiederholte Ultraschalluntersuchungen der Eierstöcke und Gebärmutter durch den Tierarzt bestimmt werden. Bei Stuten mit sehr unregelmäßiger Rosse oder dem Verdacht auf Störungen der Fruchtbarkeit sollte eine gynäkologische Ultraschalluntersuchung vor der Entscheidung zur Zuchtnutzung in jedem Fall durchgeführt werden.

Vor der ersten Besamung oder Bedeckung sollte von jeder Stute eine Tupferprobe aus der Gebärmutter vom Tierarzt entnommen werden und bakteriologisch untersucht werden, da bakteriell bedingte Gebärmutterschleimhautentzündungen die häufigste Ursache dafür sind, dass Stuten nicht aufnehmen. Soll die Stute im Natursprung gedeckt werden, könnte sie mit einer unerkannten Infektion außerdem den Hengst und im schlimmsten Fall weitere von ihm gedeckte Stuten anstecken. Aufgrund dieser erhöhten Infektionsgefahr ist bei der Bedeckung im Natursprung eine Untersuchung auf Beschälseuche (CEM) mittels Klitoristupfer zusätzlich erforderlich. Die Tupferproben sollten innerhalb der Rosse entnommen werden, weil das Ergebnis dann wesentlich aussagekräftiger und die Entnahme für die Stute weniger unangenehm ist. Optimalerweise erfolgt die Tupferprobenentnahme mindestens eine Rosse vor dem geplanten Belegungszeitpunkt, da die Laborergebnisse einige Tage Zeit brauchen und für eine Belegung in der selben Rosse deshalb oft zu spät kommen. So bleibt im Falle einer Infektion noch genug Zeit, die Stute bis zur nächsten Rosse zu behandeln und damit optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Belegung zu schaffen.

Bei Stuten, die schon mehrfach nicht aufgenommen haben oder die älter als 15 Jahre sind, können weiterführende Untersuchungen wie die Entnahme einer Uterusbiopsie, also einer Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut, zur pathohistologischen Untersuchung und damit zur Abschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit einer Bedeckung und nachfolgenden Trächtigkeit oder Spülproben für die bakteriologische Untersuchung sinnvoll sein.

Alle Voruntersuchungen waren in Ordnung - es kann losgehen! Aber wie? Weidehengst, Natursprung oder künstliche Besamung? 

Für welche Art der Belegung man sich entscheidet, hängt vom ausgewählten Hengst, den logistischen Möglichkeiten, der Fruchtbarkeit der Stute und nicht zuletzt den eigenen finanziellen Mitteln ab. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile, die man sorgfältig gegeneinander abwägen sollte.

Weidehengste sind in der heutigen Pferdezucht selten geworden und werden überwiegend in der Islandpferde- und Ponyzucht eingesetzt. Diese Art der Bedeckung kommt dem natürlichen Pferdeverhalten am nächsten, birgt allerdings auch das höchste Verletzungsrisiko für Hengst und Stute, ist weniger hygienisch als andere Methoden und oft ist der genaue Bedeckungszeitpunkt nicht bekannt. Andererseits sind die Trächtigkeitsraten insbesondere bei Problemstuten zum Teil verbessert.

Bei der Bedeckung im Natursprung deckt der Hengst die Stute an der Hand. Das ist nicht immer so romantisch, wie es klingt. Die Stute wird zur Reduzierung der Verletzungsgefahr gefesselt, in manchen Fällen auch mit einer Nasenbremse fixiert oder sogar sediert. Das Verletzungsrisiko durch die Penetration, insbesondere bei ungestümen Hengsten, für die Stute ist nicht zu vernachlässigen. Hygiene und Zeitpunkt sind im Vergleich zur freien Bedeckung auf der Weide besser zu beeinflussen. Bei der Zusammenarbeit mit erfahrenen Hengsthaltern ist durch Abprobieren der Stute am Hengst der optimale Bedeckungszeitpunkt oft auch ohne wiederholte tierärztliche Ultraschalluntersuchungen festzulegen, was Kosten spart.

Am häufigsten ist heutzutage die künstliche Besamung. Hengst und Stute haben also keinen direkten Kontakt, was in vielen Fällen die Logistik sehr erleichtert, da die Stute im Heimatstall oder auf einer nahegelegen Besamungsstation besamt werden kann, auch wenn der gewählte Hengst weit entfernt, möglicherweise sogar im Ausland, stationiert ist. Die künstliche Besamung erfolgt durch den Tierarzt oder Besamungswart und weist von allen Methoden die geringste Verletzungs- und Infektionsgefahr für die Stute auf. In manchen Fällen ist es sinnvoll, den Zeitpunkt des Eisprungs hormonell zu beeinflussen, um die Besamung genauer terminieren zu können.

Frischsamen, Nativsperma, Tiefgefriersperma - Wo ist der Unterschied und warum muss ich das wissen?

In der künstlichen Besamung in der Pferdezucht wird am häufigsten mit konserviertem Frischsamen gearbeitet. Dabei wird der Hengst frisch abgesamt, das Sperma mit einem konservierenden Verdünner aufbereitet und gekühlt per Über-Nacht-Versand dorthin geliefert, wo die Stute besamt werden soll. Je nach Fruchtbarkeit des Hengstes können so sehr hohe Erfolgsraten erreicht werden. Die Stute wird nach Ermessen des Tierarztes vor dem zu erwartenden Eisprung am Ende der Rosse besamt. Dabei hängt die Wahl des optimalen Besamungszeitpunktes vom individuellen Zyklusverhalten der Stute und der Erfahrung des Tierarztes, den Zeitpunkt der Ovulation (Eisprung) abzuschätzen ab. Je nach Qualität und Langlebigkeit der Spermien des Hengstes und dem Zyklusverlauf der Stute, wird die Stute eventuell auch mehrfach in einer Rosse besamt.

Wird die Stute auf der selben Station besamt, auf der auch der Hengst stationiert ist, kann auch mit Nativsamen gearbeitet werden. Dabei wird der Hengst wie üblich abgesamt, das Sperma wird jedoch nicht verdünnt und die Stute direkt damit besamt. Diese Methode ist aufgrund der kurzen Überlebensdauer equiner Spermien ohne zusätzliche Konservierung nur möglich, wenn die Besamung innerhalb einer Stunde nach Entnahme des Spermas erfolgt. Durch den Verzicht auf Zusatzstoffe wird diese Methode von Problemstuten in manchen Fällen besser vertragen. Sie kombiniert so Vorteile von Natursprung (kein Verdünner, sehr frisches Sperma) und künstlicher Besamung (niedrigeres Verletzungs- und Infektionsrisiko), bildet aber aufgrund des höheren Transportaufwands für die Stute eine Ausnahme in der heutigen Zucht.

Viele gefragte Deckhengste sind heute parallel im Sport aktiv und deshalb während der Zuchtsaison nicht verfügbar, sodass sie über Tiefgefriersamen angeboten werden, der außerhalb der Sportsaison gewonnen werden kann. Außerdem ist es so möglich, Hengste zu nutzen, die längst nicht mehr leben, kastriert wurden oder im weiter entfernten Ausland stationiert sind. Da aufgetaute, vorher tiefgefrorene Spermien nach der Besamung eine verkürzte Lebensdauer haben und eine Portion Tiefgefriersamen häufig nicht gerade kostengünstig ist, stellt diese Verwendung besondere Herausforderungen an den besamenden Tierarzt. In der Regel erfolgt die Besamung kurz nach der Ovulation, damit nur einmalig besamt werden muss. Da die Eizelle nach dem Eisprung jedoch nur sechs bis acht Stunden befruchtungsfähig ist, müssen die Stuten mehrfach am Tag mittels Ultraschall untersucht werden, um den Ovulationszeitpunkt zu ermitteln. Um die Untersuchungsfrequenz zu reduzieren, wird hier auch häufiger zu Hormonbehandlungen gegriffen, um den Eisprung besser terminieren zu können. Der tierärztliche Aufwand für die Besamung mit Tiefgefriersperma ist also erheblich und in aller Regel nur auf einer Besamungsstation, auf der die Stute für diesen Zeitraum eingestellt wird, zu realisieren. Darüberhinaus erfordert die Lagerung von Tiefgefriersamen in flüssigem Stickstoff besondere Infrastruktur, die in der üblichen Fahrpraxis schwer zu gewährleisten ist.  Aufgrund der durch das Einfrieren und Auftauen reduzierten Fruchtbarkeit der Spermien, ist die Nutzung von Tiefgefriersperma bei älteren oder wenig fruchtbaren Stuten mit deutlich niedrigeren Erfolgsaussichten verbunden als die Nutzung von Frischsamen.

Es ist sehr sinnvoll, bei der Hengstauswahl zu bedenken, in welcher Form der Hengst eingesetzt wird. Denn der tollste Hengst nützt nichts, wenn er nur per Natursprung verfügbar ist, aber am anderen Ende von Deutschland stationiert ist oder die Stute eine reduzierte Fruchtbarkeit hat und der Hengst nur in Form von Tiefgefriersamen mäßiger Qualität verfügbar ist oder wenn die Stute auf jeden Fall im Heimatstall verbleiben soll, dort die Besamung mit Tiefgefriersamen aber einfach nicht umsetzbar ist, da die 3- bis 4-x täglichen Ultraschalluntersuchungen nicht zu gewährleisten sind.

Routinemäßig wird jede Spermaportion vor der Besamung mikroskopisch untersucht, um die Qualität und damit die Erfolgsaussichten der Besamung zu beurteilen. Im Video ist ein qualitativ sehr hochwertiges Sperma mit über 90 Prozent vorwärtsbeweglichen Spermien zu sehen.

Viele nützliche Hinweise und vertiefendes Wissen zum Anhören bietet der neue Podcast der Gesellschaft für Pferdemedizin. In der Episode "Mein erstes Fohlen" informiert Prof. Dr. Karsten Feige von der Tierärztlichen Hochschule Hannover zusammen mit der Reproduktionsmedizinerin Dr. Jutta Sielhorst zum Thema Fohlenplanung, Besamung und Management in der Trächtigkeit. Hier reinhören...


Dezember 2021

Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

Aller guten Dinge sind 3: Das dritte Jahr meiner Pferdepraxis Reinfeld neigt sich nun schon dem Ende entgegen und ich möchte dies zum Anlass nehmen, mich bei Ihnen und Euch herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit in 2021 zu bedanken.

Ich wünsche Ihnen und Euch, Ihren und Euren Pferden und Ponys schöne, ruhige Weihnachtstage und einen entspannten Rutsch in ein gesundes und frohes neues Jahr.

Vom 24. Dezember bis 2. Januar bin ich für Notfälle erreichbar. Ab dem 3. Januar 2022 sind dann wieder reguläre Termine möglich, Terminanfragen dafür gern per SMS oder Whatsapp senden.

 



Oktober 2021

#HealthForHorses - Kampagne mit vielen Tipps und Informationen rund um die Pferdegesundheit

Seit dem 11. Oktober läuft eine Kampagne zu verschiedenen Themen rund um die Gesundheit unserer Pferde wie Training, Verhalten, Stallmanagement und tierärztlicher Versorgung, die der Weltreiterverband zusammen mit Boehringer Ingelheim ins Leben gerufen hat. In den kommenden 6 Wochen werden in den sozialen Medien und digitalen Kanälen der FEI unter dem Hashtag #HealthForHorses praktische Tipps rund um die Pferdegesundheit geteilt. Ziel ist es, das Wohlbefinden des Partners Pferd zu steigern. Zu finden sind die Inhalte auf YouTube, Instagram und auf der FEI-Website


März 2021

Update zum West-Nil-Virus

In den letzten drei Jahren hat sich das West-Nil-Virus nach und nach in Deutschland etabliert. Die Zahl der erkrankten Pferde stieg jedes Jahr, in 2020 wurde bei 22 Pferden in Deutschland eine West-Nil-Virus-Infektion nachgewiesen. Ich rate allen Pferdebesitzern sich vor Beginn der Sommer- und damit der Mückensaison mit dem Thema zu beschäftigen. Hier dafür die wichtigsten Informationen noch einmal zusammengefasst:

  • Das ursprünglich aus Afrika stammende West-Nil-Virus ist ein Flavivirus, verwandt z.B. mit dem FSME-Virus, das über Stechmücken übertragen wird, weshalb Pferde unabhängig von Rasse, Alter und Nutzung gleichermaßen gefährdet sind.
  • Vögel sind besonders empfänglich und dienen als Virusreservoir. Sticht eine Mücke zuerst einen infizierten Vogel und später ein Pferd oder einen Menschen, können diese ebenfalls infiziert werden. Pferd und Mensch sind für das Virus Fehlwirte, weshalb das Virus nicht von Pferd zu Pferd oder von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
  • Etwa 8% der infizierten Pferde entwickeln zentralnervöse Symptome (z.B. Stolpern, Ataxien, allgemeine Schwäche, Muskelzittern, Lähmungen, Festliegen). Die Sterblichkeitsrate bei klinisch erkrankten Pferden liegt zwischen 30% und 50%. Überleben Pferde die neurologische Verlaufsform, behalten ca. 20% der Patienten Langzeitschäden wie Bewegungs- und Koordinationsstörungen zurück.
  • Medikamente gegen das West-Nil-Virus gibt es nicht, die Therapie kann lediglich symptomatisch erfolgen. Vorbeugen mittels einer Impfung ist deshalb umso wichtiger.
  • Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKOVet) empfiehlt eine Impfung für alle Pferde in betroffenen Regionen oder wenn sie während der Mückensaison dorthin verbracht werden.
  • Es wird angenommen, dass das Virus im Umkreis von 300 Kilometern um einen Nachweis herum in der Vogelpopulation vorkommen und damit auch potienziell auf Pferde übertragen werden kann. Mit nachgewiesenen Fällen in Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist damit auch Schleswig-Holstein als Risikogebiet zu betrachten.
  • Die Impfung schützt zuverlässig vor der gefährlichen neurologischen Verlaufsform und ist gut verträglich. Nach einer Grundimmunisierung bestehend aus 2 Impfungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen im Frühjahr sind die Pferde für 1 Jahr geschützt. Der Impfschutz muss einmal jährlich vor Beginn der Mückensaison aufgefrischt werden.



Februar 2021 

Grippezeit - Was man über Influenza bei Pferden wissen sollte

Nach Jahren relativer Ruhe sind zuletzt wieder vermehrt Ausbrüche der Equinen Influenza (Pferdegrippe) zu beobachten. Deshalb möchte ich an dieser Stelle kurz die wichtigsten Fragen zum Thema Influenza beantworten.

Wie verläuft eine Grippe beim Pferd?

Die Inkubationszeit ist mit maximal 3 Tagen sehr kurz. In der Regel erkranken viele Pferde eines Bestandes, sofern kein Impfschutz besteht. Die Pferde haben hohes Fieber, sind lethargisch und zeigen einen typischen trockenen Husten, über den das hoch ansteckende Influenza-Virus über große Distanzen als Aerosol übertragen wird. Die Sterblichkeit bei Pferden ist glücklicherweise gering und das Virus nicht auf den Menschen übertragbar.

Wie wird eine Infektion diagnostiziert?

Bei typischen Symptomen oder bei einem bereits bekannten Ausbruchsgeschehen entnimmt der Tierarzt Nasentupfer, aus denen das Virus mittels PCR im Labor im Falle einer Infektion nachgewiesen kann. Die Pferde können schon bis zu zwei Tage vor Symptombeginn bereits Virus ausscheiden, positiv getestet werden und dementsprechend auch andere Pferde anstecken.

Wie wird eine Influenza-Erkrankung behandelt?

Da es sich um eine Virusinfektion handelt, kann beim Pferd ausschließlich symptomatisch mit fiebersenkenden Medikamenten behandelt werden. Vorbeugen ist deshalb umso wichtiger.

Wie kann ich mein Pferd schützen?

Vor einer Infektion und Erkrankung an Equiner Influenza kann man Pferde sehr effektiv mit einer Impfung schützen. Die Ständige Impfkommission (StIKo Vet) empfiehlt die Impfung grundsätzlich für alle Pferde ab einem Alter von 6 Monaten. Nach der Grundimmunisierung, die aus zwei Impfungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen und einer dritten Impfung nach 6 Monaten besteht, ist für Turnierpferde ein Impfintervall für die Auffrischungsimpfungen von 6 Monaten (+ max. 21 Tage) einzuhalten. Turnierpferde und andere Pferde, die häufig unterwegs sind und Kontakte zu Pferden aus anderen Beständen haben, benötigen aufgrund ihres höheren Infektionsrisikos einen besonders belastbaren Impfschutz. Für Pferde, die ihren Bestand nicht verlassen und auch für Pferde, die selbst keine Veranstaltungen besuchen, aber mit Turnierpferden zusammen gehalten werden, werden jährliche Wiederholungsimpfungen als ausreichend angesehen. Wichtig ist in jedem Fall, dass ein für die aktuell kursierenden Virusstämme wirksamer Impfstoff verwendet wird, da Influenza-Viren sich leicht verändern können und veraltete Impfstoffe zu keinem ausreichenden Schutz führen.

Die Empfehlungen zur Influenza-Impfung von Kontaktpferden der StIKo Vet finden Sie hier und die generellen Impfempfehlungen für Pferde, nicht nur gegen Influenza, hier. Die Vorgaben zum Influenza-Impfschutz bei Turnierpferden können Sie hier nachlesen. Bei Fragen kontaktieren Sie mich gern.


November 2020

Aktualisierte Leitlinien zum Tierschutz im Pferdesport jetzt verfügbar

Nach langem und zähem Ringen sind die neuen Leitlinien zum Tierschutz im Pferdesport nun endlich verabschiedet und ersetzen die Fassung aus dem Jahr 1992. Herausgekommen ist eine sehr umfassende Orientierung für alle, die sich sportlich mit Pferden beschäftigen, ob als Freizeitpartner oder im Profi-Bereich. Insbesondere die sehr unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Disziplinen sind der Grund, weshalb es so lange gedauert hat, bis eine Version gefunden war, mit der alle gleichermaßen leben können.

Denn machen wir uns nichts vor: Ein Pferd bleibt ein Pferd, ob es nun ein Rennpferd, ein Dressurpferd oder ein Westernpferd ist. Sie alle haben die gleichen Grundbedürfnisse, denen wir als verantwortliche Personen im Laufe ihres Lebens gerecht werden müssen.

Ein besonderer Streitpunkt, der in Zukunft für einige Veränderungen im Pferdesport und bei Zuchtveranstaltungen sorgen wird, betrifft den Zeitpunkt des Ausbildungsbeginns von Jungpferden. Erstmalig gibt es dazu nun eine konkrete Angabe, was als tierschutzkonform angesehen wird und was eben nicht. Demnach darf die zielgerichtete Ausbildung zum vorgesehenen Nutzungszweck nicht früher als im Alter von 30 Monaten, also mit 2 1/2 Jahren, begonnen werden. Ausgenommen sind unter strengen Regeln nur Trab- und Galopprennpferde.

Die ganze Leitlinie zum Nachlesen finden Sie hier und auch in der Rubrik "Downloads", in der außerdem noch weitere nützliche Dokumente für Sie bereitstehen.


Oktober 2020

West-Nil-Virus in Deutschland - Erster Fall bei einem Pferd in Niedersachsen bestätigt

In den letzten beiden Jahren hat sich das West-Nil-Virus in Deutschland etabliert. Bisher war hauptsächlich Ostdeutschland betroffen. Nun zeigte jedoch ein Pferd aus Niedersachsen Symptome der gefährlichen neurologischen Verlaufsform der Erkrankung und bestätigte damit die Ausbreitungstendenz des Virus in Deutschland. Das Friedrich-Löffler-Institut rät allen Pferdebesitzern zur Beachtung der Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommision Veterinärmedizin (StIKo Vet). Den Link zum vollständigen Artikel finden Sie hier und die Impfempfehlungen der StIKo Vet hier. Weitere Hintergrundinformationen zum West-Nil-Virus habe ich hier auf der Homepage in der Vergangenheit schon zusammengestellt, dafür bitte einfach weiter nach unten scrollen.


September 2020

EOTRH: Wenn die Schneidezähne schmerzen

Anhand des folgenden Fallberichts möchte ich eine verbreitete Zahnerkrankung mit einem komplizierten Namen in den Fokus rücken: EOTRH, kurz für Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis, was in etwa soviel heißt wie Zahnauflösung und Zahnzementzubildung beim Pferd. Die EOTRH ist eine entzündliche Erkrankung der Schneidezähne, seltener auch der Eckzähne. Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko, jedoch zeigt dieses Fallbeispiel einer 17-jährigen Friesen-Mix-Stute, dass nicht nur geriatrische Pferde betroffen sind. Grundsätzlich können Pferde jeder Rasse an EOTRH erkranken, Islandpferde leiden jedoch überdurchschnittlich oft daran.

Woran erkennt man EOTRH und was passiert dabei überhaupt?

Zu Beginn sind die Symptome nur dezent. Meist beginnt die EOTRH an den äußeren Schneidezähnen, oft zuerst im Oberkiefer. Um die Wurzeln herum bilden sich Auftreibungen, die durch die krankhafte übermäßige Zubildung von Zahnzement entstehen, das Zahnfleisch kann sich zurückziehen oder gerötet sein. Oft haben die Pferde sehr viel Zahnstein. Im weiteren Verlauf kann es durch die eitrige Entzündung der Zahnwurzeln zur Fistelbildung, erkennbar durch "Eiterpickel" rund um die Zahnwurzeln im Zahnfleisch, kommen. Die EOTRH verursacht große Schmerzen, die die Pferde (wie bei vielen anderen Zahnerkrankungen auch) jedoch oft erst sehr spät zeigen, indem sie sich beim Auftrensen widersetzen, Möhren und hartes Brot nicht mehr gut abbeißen können oder insgesamt schlecht fressen und deshalb auch an Gewicht verlieren können. Erste Schmerzzeichen sind oft auch schon im frühen Stadium bei der gründlichen Untersuchung der Schneidezähne durch den Tierarzt und bei Korrekturen während der Zahnbehandlung festzustellen. Bei manchen Pferden fallen die erkrankten Zähne aus, wackeln oder brechen ab.

Die hier vorgestellte 17-jährige Stute "Sunny" ließ sich schlecht auftrensen, hatte in der Vergangenheit zwei Schneidezähne verloren und nun machte ein benachbarter Zahn erkennbar Probleme.

Weit fortgeschrittene EOTRH mit Zementzubildungen im Bereich der Zahnwurzeln, Entzündung des Zahnfleischs, Positionsveränderung der Zähne und teilweise freiliegenden Zahnwurzeln bei einer 17-jährigen Friesen-Mix-Stute.


Wie wird die Diagnose gestellt?

Die EOTRH ist eine Zahnerkrankung mit einem sehr typischen klinischen Bild, weshalb die Diagnose in den allermeisten Fällen durch die klinische Untersuchung des Tierarztes gestellt werden kann. Bei Verdachtsfällen im sehr frühen Stadium können Röntgenbilder nötig sein.

Wie wird ein Pferd mit EOTRH behandelt?

Zunächst muss man sich bei der Planung der Behandlung bewusst machen, dass es sich bei der EOTRH um eine eitrige Wurzelentzündung meist mehrerer Zähne mit massiven Umbauprozessen handelt, weshalb die Erkrankung sehr schmerzhaft ist, auch wenn das Fluchttier Pferd uns dies nicht immer offensichtlich zeigt. Da die Ursache der EOTRH bisher nicht genau bekannt und dementsprechend nicht behandelbar ist, ist die einzige Methode, den Patienten langfristig von seinen Schmerzen zu befreien, die Extraktion, also das Ziehen der betroffenen Zähne. Diese Operation kann in aller Regel am stehend sedierten Pferd unter Leitungsanästhesie im Heimatstall durchgeführt werden.

Wird die EOTRH im frühen Stadium erkannt, kann eine starke Kürzung der Schneidezähne zur Druckentlastung der Zahnwurzeln den Verlauf verlangsamen. Entzündungshemmende, schmerzlindernde und antibiotische Medikamente bringen nur vorübergehend eine Besserung und werden von mir deshalb zwar in Vorbereitung einer Operation eingesetzt, stellen jedoch keine sinnvolle Alternative zur Zahnextraktion dar.

Die Zähne der Stute "Sunny" mit teilweise aufgelösten, brüchigen Wurzeln und bis in den Wurzelkanal hineinreichender Entzündung nach der vollständigen Entfernung.


Und wie kommt ein Pferd danach ohne Schneidezähne überhaupt klar?

Nach meiner Erfahrung fühlen sich die Pferde nach der Entfernung der schmerzenden Zähne trotz der durch die Operation entstandenen Wunden in aller Regel sofort besser. Wenn sie aus der Sedierung wieder ganz wach sind, fangen sie meistens unmittelbar an, mit Appetit zu fressen. Das Zermahlen des Futters - ganz gleich ob Heu, Gras, Kraftfutter, Möhren oder Obst - erledigen beim Pferd von Natur aus die Backenzähne. Lediglich beim Abzupfen von Gras und beim Abbeißen von Möhren und ähnlichem müssen sich die Pferde ohne Schneidezähne etwas umstellen und stattdessen die Lippen benutzen. Viele der an EOTRH erkrankten Pferde haben darin allerdings auch vor der Zahnextraktion schon Übung, da sie die schmerzenden Schneidezähne bereits kaum noch benutzt haben.

Die Operationswunden im Zahnfleisch heilen in wenigen Wochen vollständig ab. Da die Schneidezähne fehlen, hängt vielen Pferden nach der Operation im entspannten Zustand die Zunge etwas aus dem Maul heraus, was jedoch aus meiner Sicht ein für die langfristige Schmerzfreiheit allemal zu ertragender "Schönheitsfehler" ist.

Sechs Wochen nach der Operation ist das Zahnfleisch vollständig abgeheilt. Die Stute frisst völlig normal und lässt sich wieder problemlos auftrensen, nur die herausgestreckte Zunge erinnert von außen an die fehlenden Schneidezähne.


Wenn Sie Fragen zur Zahngesundheit Ihres Pferdes haben, kontaktieren Sie mich gern telefonisch.



Ein unfreiwilliges Schlammbad und eine aufwendige Rettung

Zum Glück sind solche Einsätze selten, aber wenn sie so enden wie dieser, dann sind es genau die Tage, an denen man später sagen kann: "Heute war ein guter Tag.", weil man ein Leben retten und richtig etwas bewegen konnte.

An einem ruhigen Mittwochmorgen wurde ich zu einem Notfall gerufen. Ein 23jähriger Holsteinerwallach war festliegend in einem Schlammloch gefunden worden. Auf der Koppel muss er in der eigentlich flachen Pfütze ausgerutscht sein und kam dann auf dem schlammigen Boden nicht mehr aus eigener Kraft wieder auf die Füße, sondern versackte immer weiter tiefer im Morast. Ich traf zeitgleich mit der Feuerwehr am Ort des Geschehens ein.

Der Wallach war erstaunlich ruhig, was die Rettung einerseits erleichterte, ist er doch sonst eher ein gegenüber Tierärzten, Männern und Menschen im Allgemeinen sehr skeptisches Pferd, andererseits aber auch zeigte, in welch geschwächtem Zustand er bereits war. "Fehmarn" war unterkühlt und befand sich im Kreislaufschock, lag aber zum Glück in einer Position, in der ich ihn sofort über einen Venenkatheter mit Infusionen und Medikamenten zur Kreislaufstabilisierung versorgen konnte. Ein Feuerwehrmann stieg zu ihm in den Morast, der ihm bis über die Hüfte reichte und platzierte drei Schläuche unter Hals, Brust und Bauch des mit 1,75m Stockmaß und 700kg Körpergewicht sehr großen und schweren Pferdes. Zum Glück ließ der Wallach die Prozedur sehr kooperativ über sich ergehen. Um das Verletzungsrisiko für Mensch und Pferd zu reduzieren, sedierte ich ihn für die eigentliche Rettung. 16 Feuerwehrleute zogen ihn schließlich mit vollem Körpereinsatz vorsichtig aus dem Schlammloch heraus auf festen Boden. Als der große Kerl nach weiterer Infusionstherapie nach etwa eineinhalb Stunden im zweiten Aufstehversuch wieder auf seinen Füßen stand, fiel uns allen ein großer Stein vom Herzen. 

Jedoch ist es bei solchen Unfällen damit allein noch nicht getan. Durch die Unterkühlung, die Anstrengung durch erfolglose Befreiungsversuche und die daraus resultierende Kreislaufschwäche, können Muskelschäden entstehen, die im schlimmsten Fall in ein lebensbedrohliches Nierenversagen münden können. "Fehmarn" wurde deshalb im Anschluss zunächst geführt, aufgewärmt und dann vorsichtig wieder angefüttert. Im weiteren Verlauf erfolgten engmaschige Kontrollen und ein paar Tage später kann ich nun guten Gewissens sagen: Er hat es geschafft! Vielen Dank an die beteiligten Feuerwehrleute für die großartige Zusammenarbeit.

Über den Einsatz berichteten die Online-Ausgabe von HL-Live und die Lübecker Nachrichten in der Ausgabe vom 10.9.2020.

von oben links nach unten rechts: Auffindesituation des festliegenden, entkräfteten und unterkühlten Pferdes im Schlammloch, Platzierung von Schläuchen um den Pferdekörper zur Rettung durch die Feuerwehr, Aufwärmen des geretteten Pferdes mit Decken und weitere Infusionstherapie zur Kreislaufstabilisierung.




 

Der 23jährige Holsteinerwallach "Fehmarn" einige Stunden nach der Rettungsaktion bei der Nachuntersuchung bereits wieder bei gutem Allgemeinbefinden und den Umständen entsprechend fit.


Juli 2020

Dokumentation "Pferde!" mit Beitrag über meinen Tierarztalltag online

Im Sommer 2017 hat mich, damals noch in Hamburg, ein Fernsehteam zu einem meiner Patienten begleitet. Die Doku "Pferde!" von TIERWELT live zeigt neben der tierärztlichen Arbeit auch den Alltag eines Freizeitpferdes und die Vollblüter des Gestüts IDEE. Folge 4 mit mir seht ihr hier.

 

April 2020

Ein Pferd namens "Magic" - Wunder gibt es manchmal doch

Passend zu Ostern möchte ich wieder einmal eine meiner Patientinnen vorstellen, deren Geschichte ein kleines Wunder ist - Magic eben. Magic ist eine heute 23 Jahre alte Warmblutstute, die nach ihrer Sportpferdekarriere aussortiert wurde und einen Rentnerplatz gefunden hatte. Leider entpuppte dieser sich als Albtraum und im August 2019 wurde Magic von der Tierschutzorganisation Lonsis Herzbewohner in Obhut genommen. Wie auf dem Foto zu erkennen, war sie zu diesem Zeitpunkt völlig abgemagert und geschwächt. Kurz nach ihrer Ankunft erlitt sie eine Kolik mit starker Kreislaufschwäche.

Magic im Sommer 2019 - hochgradig abgemagert und geschwächt. Eine Zahnsanierung war dringend nötig. Fotos: Manuela Friedrich

Als ich Magic Anfang September kennenlernte, war sie klapperdürr, aber in ihren Augen blitzte noch der Lebenswille. Die weitere Untersuchung ergab einen katastrophalen Zustand der wenigen noch verbliebenen Backenzähne. Eine Zahnbehandlung sollte retten, was noch zu retten war. Jedoch stellte ich außerdem mittel- bis hochgradige Herzgeräusche, das sind pathologische Strömungsgeräusche die durch undichte Herzklappen entstehen, auf beiden Seiten fest. Die für die Zahnbehandlung notwendige Sedierung wurde zum Risiko für die geschwächte Stute. Wir beschlossen den Herzgeräuschen zunächst auf den Grund zu gehen. Eine Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) ergab eine hochgradige Mitralklappeninsuffizienz - die wichtigste Klappe des Herzens zwischen linkem Vorhof und linker Kammer war stark verdickt und so undicht, dass das Blut sich in den Vorhof zurückstaute und dieser bereits dilatiert, also "ausgeleiert" war. Auch die Trikuspidalklappe im rechten Herz war mittelgradig undicht und Aorten- und Pulmonalklappe schlossen ebenfalls nicht optimal. Kurzum: Magic hatte mehrere schwere Herzklappeninsuffizienzen, die ihr Herz kaum noch kompensieren konnte. Doch wo bleibt jetzt das Wunder? Das Wunder wurde ermöglicht von Louisa Engelmann, die sich liebevoll um Magic kümmerte, sie mit Unmengen an Heucobs, Rübenschnitzeln, Senior-Müsli usw. Schritt für Schritt aufpäppelte. Gegen die Auswirkungen der Herzinsuffizienz benötigt Magic dauerhaft Medikamente, die ihre Lebensqualität deutlich verbessert haben. Es ist ein hoher Aufwand, den Manu Friedrich von Lonsis Herzbewohner betreibt, um diese zweite Chance für eine zwar alte, aber zähe und lebensfrohe Stute möglich zu machen.

Und jetzt kommen Sie ins Spiel: Magic sucht langfristige Paten, die monatlich dazu beitragen können und wollen, dass sie nun einen schönen Lebensabend verbringen kann, denn die gemeinnützige Lonsis Herzbewohner Stiftung finanziert sich aus Spenden. Wie toll Magic sich in nur einem halben Jahr erholt hat, zeigen die Bilder besser, als Worte es beschreiben könnten. Ich würde mich freuen, wenn wir zusammen etwas dazu beitragen können, dass sie es noch lange so gut hat.

Magic im Jahr 2020 - Bilder sagen mehr als tausend Worte. Danke an Louisa Engelmann für die hervorragende Pflege und die Fotos!



Februar 2020

West-Nil-Virus etabliert sich in Deutschland - Was Sie jetzt wissen sollten

In den letzten beiden Jahren hat sich das West-Nil-Virus nach und nach in Deutschland etabliert und ich rate allen Pferdebesitzern sich vor Beginn der Sommer- und damit der Mückensaison einmal mit dem Thema zu beschäftigen. Hier dafür die wichtigsten Informationen in Kurzform.

Was ist das West-Nil-Virus? Das West-Nil-Virus ist ein Flavivirus, verwandt z.B. mit dem FSME-Virus, das ursprünglich aus Afrika stammt. Es wird über Stechmücken übertragen und infiziert in erster Linie Vögel, die je nach Art schwer bis gar nicht erkranken und als Reservoirwirte fungieren. Pferde und Menschen sind ebenfalls für das Virus empfänglich, sind aus Sicht des Virus aber Fehlwirte, in denen es sich weniger stark vermehrt und deshalb nicht von Pferd zu Pferd oder von Pferd zu Mensch übertragen werden kann.

Welche Symptome sind zu erwarten und wie gefährlich ist eine Infektion? Etwa 10 Prozent der Pferde, die mit dem West-Nil-Virus infiziert werden, erkranken an der neurologischen Form des West-Nil-Fiebers mit Muskelzittern, Bewegungsstörungen, Verhaltensänderungen und Hinterhandlähmungen bis hin zum Festliegen. 30 bis 50 Prozent der an der neurologischen Form erkrankten Pferde sterben. Die Therapie kann ausschließlich symptomatisch erfolgen, dementsprechend begrenzt sind die Möglichkeiten, einem erkrankten Pferd zu helfen. Überleben die Pferde das West-Nil-Fieber ist bei etwa 20 Prozent der Pferde mit bleibenden Schäden, wie z.B. Bewegungsstörungen zu rechnen.

Wie groß ist die Infektionsgefahr in Norddeutschland? Im Jahr 2019 wurde das Virus bei 75 toten Wildvögeln nachgewiesen, unter anderem in Hamburg und Rostock. Im Osten Deutschlands erkrankten 36 Pferde. Bei Menschen gab es 5 klinische Fälle in 2019. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor geht davon aus, dass das Virus im Umkreis von 300 Kilometern um einen Nachweis herum vorkommen kann. Insbesondere sind dabei die Nachweise bei Vögeln entscheidend, da das Virus sich in ihnen in großen Mengen vermehrt. Mit den nachgewiesenen Fällen in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ist dementsprechend auch Schleswig-Holstein als Endemiegebiet zu behandeln. Das Virus hat in den letzten Jahren erfolgreich in Mücken in Deutschland überwintert. Die Experten gehen davon aus, dass hohe Temperaturen und milde Winter eine weitere Ausbreitung des Virus begünstigen.

Was kann man tun, um sein Pferd zu schützen? Den zuverlässigsten und wirksamsten Schutz vor schweren Verlaufsformen des West-Nil-Fiebers bietet eine prophylaktische Impfung. Diese wird von den Experten der StIKO Vet für alle Pferde in den betroffenen Regionen empfohlen oder auch dann, wenn Pferde im Sommer in betroffene Regionen verbracht werden (z.B. zu Veranstaltungen). Es sind mehrere gut verträgliche, zuverlässig schützende Impfstoffe verfügbar. Es erfolgt zunächst eine Grundimmunisierung mit 2 Impfungen im Abstand von 3 bis 6 Wochen im Frühjahr (Abstand je nach Impfstoff), die spätestens bis zum Beginn der Mückensaison Ende Mai abgeschlossen sein sollte, um im Sommer, wenn die größte Ansteckungsgefahr besteht, die höchsten Antikörpertiter zu erreichen. Die Auffrischungsimpfung erfolgt einmal jährlich im Frühjahr.

Wer sich noch weiter über das West-Nil-Virus informieren möchte, dem sei ein kostenloses Webinar mit Frau Prof. Lohmann von der Pferdeklinik der Uni Leipzig am 17.3.2020 von 20.00 bis 21.30 Uhr empfohlen, zu dem Sie sich hier anmelden können: https://www.pferd-aktuell.de/eticketing/webinar/17-03-2020/west-nil-virus/658

Weitere Informationen zum Nachlesen:

Bei Fragen zum West-Nil-Virus und zur Impfung oder wenn Sie eine Info-Veranstaltung in Ihrem Reitstall dazu wünschen, kontaktieren Sie mich gern.



Änderung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) für den Notdienst - Was sich ändert und warum

Einige Pferdebesitzer werden es schon schmerzlich erfahren haben: Immer mehr Tierarztpraxen gewährleisten keinen zuverlässigen Notdienst mehr. Und so steht man da, mit dem kolikenden oder verletzten Pferd und erreicht keinen Tierarzt oder der einzige Kollege, der im Dienst ist, ist leider gerade ganz woanders bei einem anderen Notfall. Das ist furchtbar für alle Beteiligten - für den sorgenvollen Besitzer, den Tierarzt, der sich nicht zerteilen kann und von einem Notfall zum anderen hetzt und in aller erster Linie natürlich für das kranke Pferd, das möglicherweise sehr lange auf Hilfe warten muss.

Der Hintergrund ist das neue Arbeitszeitgesetz, das (wenig überraschend) auch für Tierärzte uneingeschränkt gilt und (richtigerweise) vom Gesetzgeber auch konsequent durchgesetzt wird. Es war bislang üblich, dass angestellte Tierärzte, die Notdienste leisten mussten, dafür in vielen Fällen weder eine ausreichende Bezahlung noch einen Freizeitausgleich erhalten haben. Von eingehaltenen Ruhezeiten, Nacht- und Wochenendzuschlägen, wie in (fast) jeder Branche selbstverständlich, will ich gar nicht erst sprechen. Dies waren unhaltbare Zustände, die junge Kolleginnen und Kollegen immer mehr von der Arbeit in der Praxis abschrecken und die nun zum Glück nach und nach ein Ende haben sollen. Seitdem das Arbeitszeitgesetz auch in Tierarztpraxen und -kliniken auf Einhaltung überprüft und Verstöße mit hohen Strafen geahndet werden, wird wesentlich mehr Personal für die Abdeckung des Notdienstes benötigt, das wiederherum bezahlt werden muss.

Es musste also dringend etwas passieren. Das Ergebnis ist eine Novelle der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) für den Notdienst, deren Ziel es ist, einen flächendeckenden, zuverlässigen tierärztlichen Notdienst für Tierärzte wieder bezahlbar und attraktiv zu machen.

Zusammenfassend ergibt sich aus der Verordnung für den Notdienst Folgendes: 

  • eine generelle Notdienstgebühr in Höhe von 50 Euro einmalig pro Besuch
  • tierärztliche Leistungen müssen im Notdienst mindestens mit dem 2-fachen Gebührensatz und können je nach Aufwand bis zum 4-fachen Gebührensatz abgerechnet werden
  • als Notdienst gelten Besuche in der Zeit von 18 Uhr bis 8 Uhr montags bis freitags sowie am Wochenende (Freitag 18 Uhr bis Montag 8 Uhr) und an Feiertagen (0 Uhr bis 24 Uhr).

Wichtig: Planmäßige Termine und Sprechzeiten am Abend, frühmorgens oder am Wochenende sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Dies betrifft in meiner Praxis insbesondere den Samstagvormittag. Künstliche Besamungen sind von der Regelung grundsätzlich ausgenommen.

Darüberhinaus wird das Wegegeld auf 3,50 Euro je Doppelkilometer erhöht, mindestens jedoch 13 Euro pro Besuch. Selbstverständlich wird dies weiterhin bei mehreren Patienten im Stall oder zumindest an einem Weg anteilig berechnet.

Bitte beachten Sie, dass diese Verordnung keine unverbindliche Preisempfehlung, sondern für Tierärzte rechtlich bindend ist und Unterschreitungen der Gebührensätze berufsrechtlich bestraft werden können. Nähere Informationen finden Sie hier auch als Download: Informationen für Patientenbesitzer der BundestierärztekammerGebührenordnung für Tierärzte (GOT). 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich gern.



Januar 2020

 Leipziger Tierärztekongress - Vertretungsregelung vom 15. bis 18. Januar

Um immer auf dem neusten Stand der Entwicklungen in der Tiermedizin zu sein, mich mit Kollegen auszutauschen und somit Ihren Pferden und Ponys die bestmögliche Betreuung bieten zu können, besuche ich vom 15. bis 18. Januar den 10. Leipziger Tierärztekongress.

In dringenden Fällen wenden Sie sich während meiner Abwesenheit bitte telefonisch wie gewohnt an die Kollegin Anke Rüsbüldt unter 01729101478

Für weniger dringende Fragen und Terminwünsche ab dem 19. Januar bin ich wie gewohnt per SMS oder Whatsapp erreichbar.


Dezember 2019

Fröhliche Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

Das zweite Jahr meiner Pferdepraxis in Reinfeld neigt sich dem Ende entgegen und ich möchte Ihnen und Euch herzlich danken für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit in 2019.

Ich wünsche Ihnen und Euch, Ihren und Euren Pferden und Ponys fröhliche Weihnachtstage und einen entspannten Rutsch in ein gesundes, glückliches Jahr 2020.

Für Notfälle bin ich auch über die Feiertage zu erreichen.

Foto: Melina Plötz (www.melinas-fotografie.com)


November 2019

Neue wissenschaftliche Empfehlungen zur Entwurmung von Pferden veröffentlicht

Der ESCCAP (= European Scientific Counsel Companion Animal Parasites), also das wissenschaftliche Gremium in Europa zur Erforschung und Bekämpfung von Parasiten bei Haustieren, hat neue Empfehlungen zur Entwurmung von Pferden erarbeitet, die hier zum Download bereitstehen.

In den letzten Jahren hat es viel Verwirrung um das Für und Wider von selektiver und strategischer Entwurmung, Kotprobenuntersuchungen, Resistenzen und vermeintlich "starke" und "schwache" Wirkstoffe gegeben. Die neuen Empfehlungen dienen Tierärzten und Pferdebesitzern gleichermaßen zur Orientierung auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, um unsere Pferde so gesund wie möglich zu erhalten.

Wenn Sie Fragen haben, welches Entwurmungsregime für Ihr Pferd bzw. Ihren Pferdebestand das richtige ist, welcher Wirkstoff zu welcher Jahreszeit am sinnvollsten ist oder bei anderen Fragen zum Thema Parasiten, kontaktieren Sie mich gern.

Eins gilt in jedem Fall für alle Pferde gleichermaßen: Jetzt ist es Zeit für eine Wurmkur, damit die Pferde mit möglichst niedrigem Wurmbefall in den Winter gehen.


September 2019

Update zum West-Nil-Virus

Um Panik und gefährliches Halbwissen zu vermeiden, hier ein paar aktuelle Fakten zur Situation in Bezug auf das West-Nil-Virus in Kurzform: 

  • In 2019 gab es bis jetzt elf nachgewiesene Fälle von WNV-Infektionen bei Pferden in Sachsen und Sachsen-Anhalt, zwei Pferde starben.
  • Kürzlich wurde das WNV bei einem toten Wildvogel in Hamburg nachgewiesen und hat damit Norddeutschland erreicht.
  • In Leipzig erkrankte in 2019 ein Mensch nach einem Mückenstich.

Was bedeutet das nun für Pferdebesitzer im Norden? 

Offenbar hat das Virus erfolgreich in Deutschland überwintert und breitet sich in der Vogel- und Mückenpopulation aus. Auch wenn bisher keine Pferde in Norddeutschland erkrankt sind, ist nach Erfahrungen z.B. aus den USA nach der dortigen Einschleppung des Virus zu erwarten, dass sich das Virus relativ schnell etablieren wird. Es sind zugelassene und erprobte Impfstoffe verfügbar, mit denen schweren Verlaufsformen vorgebeugt werden kann. Wichtig: Um den bestmöglichen Schutz durch zur richtigen Zeit höchste Antikörpertiter zu erreichen, ist eine Impfung im Frühjahr vor Beginn der Mückensaison am sinnvollsten. Es ist also NICHT ratsam jetzt panisch drauf los impfen zu lassen. Für die wenigen verbleibenden Wochen mit stechenden Insekten kann das Infektionsrisiko für Pferde mit wirksamen Repellentien (erhältlich beim Tierarzt) gesenkt werden.

Wer sein Pferd in Zukunft wirksam vor dem WNV schützen möchte, dem sei folgendes Impfregime empfohlen:

  • Grundimmunisierung mit 2 Impfungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen im Frühjahr 2020, abgeschlossen mit spätestens Ende Mai
  • danach jährliche Auffrischungsimpfung im Frühjahr

Weitere Details zum West-Nil-Virus finden Sie hier auf der Homepage unter Aktuelles (September 2018 und August 2019). Bei Fragen rufen Sie mich gerne an.


August 2019

Update zum West-Nil-Virus: Pony stirbt in Sachsen an WNV-Infektion

Bereits im vergangenen Jahr gab es in Deutschland die ersten Krankheitsfälle verursacht durch das West-Nil-Virus in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. In 2019 wurde das Virus wiederholt bei Vögeln in Ost- und Mitteldeutschland nachgewiesen. Nun ist in Sachsen ein neunjähriges Pony gestorben, das mit dem West-Nil-Virus infiziert war und zuvor neurologische Symptome mit schwankendem Gang zeigte. Es kam schließlich zum Festliegen, sodass es eingeschläfert werden musste. Nähere Informationen finden Sie unter den folgenden Links:

Sachsen - Pony stirbt an West-Nil-Virus

Sächsische Tierseuchenkasse zu West-Nil-Virus

Wirksamen Schutz gegen schwerwiegende Krankheitsverläufe und Spätfolgen bietet die Impfung gegen das West-Nil-Virus, die zur Zeit zumindest für Pferde in den bereits betroffenen Regionen und Pferde, die in die betroffenen Gebiete verbracht werden von der Ständigen Impfkommission (StIKo Vet) empfohlen wird. Nähere Informationen finden Sie hier.

Bei Fragen zum West-Nil-Virus und zur Impfung dagegen kontaktieren Sie mich gern.


Juli 2019

Neuer wissenschaftlicher Fallbericht veröffentlicht

Manchmal macht Not erfinderisch und man muss neue Wege gehen, um das scheinbar Unmögliche zu schaffen. So war es auch im Falle eines Kaltblutwallachs, der auf seiner Koppel aus vollem Galopp mit einem Apfelbaum kollidiert war und sich dabei lebensbedrohliche innere Blutungen zugezogen hatte.
Ich gehörte vor einigen Jahren zum Team der Tierärzte, die diesen Patienten in der Medizinischen Tierklinik der Universität Leipzig unter der Leitung von Prof. Dr. G.-F. Schusser betreuten und nachdem all unsere klinikeigenen Pferde bereits fleißig Blut gespendet hatten, reichte die Menge bei weitem noch nicht aus, um den "Dicken" aus der kritischen Anämie herauszuholen. Parallel mussten wir große Mengen Blut infolge des Unfalls aus seiner Brusthöhle ablassen, die dort nichts verloren hatten und dann hatte jemand die zündende (und in dem Moment etwas verrückt erscheinende) Idee: Warum sollten wir ihm nicht sein eigenes Blut wieder transfundieren?
So wurde er sein eigener Blutspender und rettete sich quasi selbst das Leben. Den ganzen Fallbericht finden Sie hier.


Aus aktuellem Anlass: Verletzungsrisiko Halsriemen

Die Weidesaison ist in vollem Gange und ich hoffe, dass möglichst viele Pferde viel Zeit auf der Weide genießen können. Aus der Praxis meiner Kollegin Anke Rüsbüldt erreichte mich kürzlich das nebenstehende Foto: Ein Halsriemen, eingeklemmt zwischen Hinterhuf und Eisen. Das Pferd trug auf der Koppel einen Halsriemen anstelle eines Halfters (in dem guten Willen, das Verletzungsrisiko zu verringern). Als es sich mit dem Hinterhuf hinter dem Ohr kratzte, geriet es mit dem Huf in den Halsriemen und dieser klemmte sich zwischen Huf und Eisen so fest ein, dass das Pferd sich nicht mehr selbst befreien konnte. Es kam auf der Koppel mit dem Huf hinter dem Ohr zum Festliegen. Das beherzte Einschreiten des Stallbesitzers, der mit einem Messer den Halsriemen durchschnitt, rettete dem Pferd das Leben. Erst nach Abnahme des Eisens konnte der Halsriemen entfernt werden, so fest war er eingeklemmt.
Glücklicherweise hat das Pferd sich mittlerweile von dem Schock erholt und hat sich auch keine Schäden an der Halswirbelsäule oder dem festhängenden Hinterbein zugezogen, aber es hätte sich schwer bis lebensbedrohlich verletzen können.
Deshalb meine Bitte an alle Pferdebesitzer: Nach Möglichkeit lasst eure Pferde ohne Halfter, Halsriemen oder dergleichen auf die Koppel. Wenn die Pferde aus organisatorischen Gründen Halfter tragen müssen, wählt eins für die Weide, das im Falle eines Unfalls möglichst leicht kaputt geht, damit sich das Pferd befreien kann. Besser ein kaputtes oder verlorenes Halfter als ein verletztes oder gar totes Pferd! Und: Halsriemen sind - wie man sieht - kein bisschen weniger gefährlich als Halfter.
Ich wünsche allen Pferden und Ponys und ihren Menschen einen schönen, langen und verletzungsfreien Weidesommer!

Foto: Anke Rüsbüldt


Juni 2019

Herzliche Glückwünsche zum Sieg im Preis der Pferdepraxis Reinfeld

Im diesjährigen Preis der Pferdepraxis Reinfeld, einer Reitpferdeprüfung für 3- und 4-jährige Pferde und Ponys, siegte der lackschwarze Wallach "Herr Karlsson", vorgestellt von Stefanie Knorr. Noch einmal herzliche Glückwünsche an das Siegerpaar und die weiteren Platzierten!


Turnier des RuFV Zarpen auf Hof Springbek

Vom 14. bis 16. Juni findet wieder einmal das traditionsreiche Turnier auf Hof Springbek statt und wie schon im letzten Jahr freue ich mich, einen kleinen Teil beitragen zu können.

Wie auch im vergangenen Jahr bin ich als Turniertierärztin im Einsatz. Die Vertretung für dringende Notfälle übernimmt wie gewohnt Anke Rüsbüldt, die Sie unter 0172 9101478 telefonisch erreichen.



März 2019

Aus aktuellem Anlass: Umgang mit ansteckenden Pferdekrankheiten

Herpes, Druse, Influenza und andere Infektionskrankheiten versetzen die Reiterwelt immer wieder in Panik. Gemeinsam haben sie, dass sie alle hoch ansteckend sind und sowohl von Pferd zu Pferd, als auch über Menschen, die mit den Pferden in Kontakt sind, übertragen werden können. Diese Erkrankungen sind alle nicht gesetzlich reglementiert, das heißt, dass die Veterinärämter hier weder eine Meldung über einen Ausbruch erhalten noch mit Sperren oder ähnlichen Maßnahmen eingreifen. Somit ist eine genaue Aussage darüber, was wann wo kursiert, nicht möglich.

Deshalb rate ich dazu, nicht auf Gerüchte zu hören sondern sich genau zu informieren, Panikmache zu vermeiden und vor allen Dingen generelle Hygiene im Umgang mit den Pferden zu beachten.

Gute Hilfestellung dazu geben der Hygieneleitfaden der FN und die Hinweise zum Umgang mit nicht gesetzlich geregelten Infektionskrankheiten, die unter den unten stehenden Links heruntergeladen werden können.

Informationen unter anderem über Herpes und Druse könnt ihr und können Sie auch in einem meiner Vorträge nachlesen.

Hygieneleitfaden (pdf)

Hinweise zum Umgang mit nicht gesetzlich geregelten Infektionskrankheiten (pdf)



Equitana-Tagung über Pferdekrankheiten - Vertretungsregelung vom 14. bis 16. März

Um immer auf dem neusten Stand der Entwicklungen in der Pferdemedizin zu sein und somit Ihren Pferden und Ponys die bestmögliche Betreuung bieten zu können, besuche ich vom 14. bis 16. März die Tagung über Pferdekrankheiten auf der Equitana.

In dringenden Fällen wenden Sie sich während meiner Abwesenheit bitte telefonisch an die Praxis von Lars Schulte unter (04533) 61 00 84 oder 0151 50 66 55 55.

Für weniger dringende Fragen und Terminwünsche ab dem 17. März bin ich wie gewohnt per SMS oder Whatsapp erreichbar.


Januar 2019

Ein Notfall und Sie sind nicht erreichbar? Sorgen Sie vor!

Der Besitzer ist im Urlaub und das Pferd plötzlich schwer krank. Der Stallbesitzer, die Urlaubsvertretung, die Reitbeteiligung oder aufmerksame Stallkollegen verständigen vielleicht den Tierarzt.

Aber was dann? Wie soll entschieden werden, ob das Pferd in die Klinik gebracht werden soll oder ob der Besitzer einer Operation zustimmen würde? Welche Kosten kann oder will der Pferdebesitzer maximal tragen? Wäre er damit einverstanden, dass das Pferd eingeschläfert wird, wenn jeder weitere Behandlungsversuch wenig Aussicht auf Erfolg verspricht und das Leiden des Pferdes nur weiter verlängern würde?

All dies sind Fragen, mit denen sich kein Pferdebesitzer gerne beschäftigt. Ein Horror-Szenario für Stallbesitzer und Urlaubsvertretungen, die den Besitzer nicht erreichen können. Natürlich wollen Tierarzt und Stallkollegen helfen, aber was ist, wenn keiner weiß, was der Besitzer für sein Pferd jetzt wollen würde?

Urlaub, Dienstreise, wichtiger Termin, eigene Krankheit, schlicht ein leerer Handy-Akku oder ein hartnäckiges Funkloch - jeder von uns ist manchmal nicht erreichbar. Für solche Fälle ist es ein beruhigendes Gefühl für alle, die mit Pferden umgehen, wenn klar geregelt und am besten schriftlich festgehalten ist, wie im Notfall in Abwesenheit des Besitzers entschieden werden soll.

Unter dem folgenden Link können Sie eine Vollmacht für Notfälle herunterladen, die ausgefüllt und unterschrieben zum Beispiel bei Ihrem Stallbesitzer, der Reitbeteiligung oder an einem leicht zugänglichen Ort (z.B. im Sattelschrank oder im Putzkasten) bei den Sachen Ihres Pferdes im Notfall schnell verfügbar ist - damit jederzeit in Ihrem Sinne und vor allem im Sinne Ihres Pferdes gehandelt werden kann.

 

 

 

 

 

 


Dezember 2018

Fröhliche Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

Das erste Jahr meiner Pferdepraxis in Reinfeld neigt sich dem Ende entgegen und ich möchte Ihnen und Euch herzlich danken für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit in 2018.

Ich wünsche Ihnen und Euch, Ihren und Euren Pferden und Ponys fröhliche Weihnachtstage und einen entspannten Rutsch in ein gesundes, glückliches Jahr 2019.

Für Notfälle bin ich auch über die Feiertage zu erreichen.

 

 

 

 

 


November 2018

Aus traurigem aktuellen Anlass: Atypische Weidemyopathie

An dieser Stelle möchte ich auf eine besonders tückische Krankheit hinweisen: Die Atypische Weidemyopathie. Die Sterblichkeitsrate bei der Atypischen Weidemyopathie ist mit bis zu 90 Prozent sehr hoch, weshalb die Erkrankung sehr ernst genommen werden sollte. 

Besonders jetzt im Herbst wenn es stürmisch wird, finden sich auf vielen Pferdekoppeln Blätter und Samen von Ahornbäumen, die häufig an Wegrändern stehen. Diese enthalten das für Pferde hochgiftige Hypoglycin A, das zu einer Myopathie, also einer Zerstörung der Muskelzellen, führt. Studien haben gezeigt,  dass Pferde auf abgefressenen Koppeln ohne Zufütterung bei kühlen Temperaturen besonders häufig erkranken, sodass in diesem Jahr bei der herrschenden Gras- und Rauhfutterknappheit ein zusätzlich erhöhtes Risiko besteht.

Die Symptome können ähnlich denen einer Kolik mit Schwitzen, Wälzen, Unruhe und Inappetenz und/oder denen eines Kreuzverschlags mit Bewegungsunlust, Steifigkeit und dunkelbraunem Harnabsatz sein. Der Krankheitsverlauf ist bei der Atypischen Weidemyopathie jedoch wesentlich rasanter und schwerwiegender als bei einem "normalen" Kreuzverschlag. Es kommen auch plötzliche Todesfälle durch Atemstillstand und Herzrhythmusstörungen infolge der Vergiftung vor.

Nur wenn die Myopathie frühzeitig erkannt und sofort intensiv behandelt wird, haben die Pferde eine Chance zu überleben. Die Aufnahme von Ahornbestandteilen sollte dringend vermieden werden. Bei knappem Weideaufwuchs empfiehlt es sich, rechtzeitig zuzufüttern und die Pferde bei und nach stürmischem Wetter eventuell aufzustallen.

Weitere Informationen zur Atypischen Weidemyopathie finden Sie auch unter den folgenden Links: Atypische Weidemyopathie TiHo Hannover  und Atypische Weidemyopathie LMU München

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besonders giftig: Der Bergahorn.




Oktober 2018

West-Nil-Virus erstmals bei Pferden in Deutschland aufgetreten

Im September 2018 wurde das bisher in vor allem in Amerika, Afrika und Südeuropa vorkommende West-Nil-Virus erstmals bei Vögeln im Süden und Osten Deutschlands (u.a. in Mecklenburg-Vorpommern) und zwei Pferden in Brandenburg und Sachsen-Anhalt festgestellt.

Das Virus wird über Stechmücken übertragen und befällt meistens Vögel, seltener jedoch auch Pferde und Menschen. Die Infektion verläuft meist subklinisch. In knapp 10 Prozent der Fälle beim Pferd tritt eine neurologische Verlaufsform auf, bei der die Pferde mit Symptomen wie Stolpern, Lähmungen der Hinterhand, Muskelzittern und Schwäche bis hin zum Festliegen auffallen. Bis zu 50 Prozent der von der neurologischen Verlaufsform betroffenen Pferde sterben und überlebende Pferde behalten oft bleibende Schäden zurück.

Es sind Impfstoffe gegen das West-Nil-Virus verfügbar, die die Verlaufsform abmildern und die Sterblichkeitsrate verringern können. Sollen nun also alle Pferde auch noch gegen West-Nil-Virus geimpft werden?

Die ständige Impfkommission hat zu dieser Frage eine Empfehlung herausgegeben, die Sie unter folgendem Link finden.

Bisher wird lediglich die Impfung für Pferde in betroffenen Gebieten empfohlen, jedoch ist die Ausbreitung des Virus innerhalb Deutschlands mit der nächsten Mückensaison zu erwarten.

Bei Fragen zum West-Nil-Virus und zur Prophylaxe kontaktieren Sie mich gern.



 

 

 

 

 

 

 



Knappe Rauhfuttervorräte - Was gibt es für Alternativen?

Der trockene Sommer hat in ganz Norddeutschland zu deutlichen Einbußen bei der Heu- und Heulageernte geführt und die Preise für Rauhfutter explodieren lassen. Für eine gesunde Pferdefütterung ist Rauhfutter in ausreichenden Mengen jedoch unverzichtbar. 

Was kann man also tun, um mit den knappen und teuren Vorräten zu haushalten und seine Pferde trotzdem gesund und gut versorgt durch den Winter zu bringen?

Die Gesellschaft für Pferdemedizin hat zu diesem Thema zusammen mit Experten für Tierernährung Empfehlungen erarbeitet, die Sie unter folgendem Link herunterladen können. http://www.gpm-geva.org/gpm-geva/public/aktuell/Heufuetterung-2018.pdf 

 

 

 

 

 

 




 

 

 

 


August 2018

Manchmal kommt es anders...

Pferdetierärztin ohne so richtig eigenes Pferd - das war schon irgendwie komisch, aber ich war im Moment nicht auf der Suche. Diese Fuchsstute hat mich trotzdem gefunden.

Schön, dass du da bist, liebe Griseldis! Lass es dir gut gehen.




Juli 2018

Weidezeit ist Würmerzeit

Während der Sommerzeit steigt die Infektionsgefahr mit Endoparasiten auf der Weide. Insbesondere wenn die Koppel nicht täglich abgeäppelt wird oder die Pferde häufig umgeweidet werden, können Strongyliden, Spulwürmer und Co. zum Problem werden. Sie schädigen die Darmwand und können zu Konditionsverlust, Abmagerung und schlimmstenfalls zu Koliken führen.

Wie häufig und womit Ihr Pferd entwurmt werden sollte, hängt von vielen Faktoren ab. Ich berate Sie gern.




Juni 2018

Turnier des RuFV Zarpen auf Hof Springbek

Vom 15. bis 17. Juni findet wieder das traditionsreiche Turnier auf Hof Springbek statt und ich freue mich sehr, dieses Jahr einen kleinen Teil zu einer gelungenen Veranstaltung beizutragen. 

An dieser Stelle noch einmal herzliche Glückwünsche an "Florenz il Mio" und seine Reiterin Nina Stiller zum Sieg im Preis der Pferdepraxis Reinfeld Dr. Katharina Ehlers, einer Reitpferdeprüfung für 3- und 4-jährige Pferde und Ponys.


Am Sonntag, den 17. Juni, bin ich als Turniertierärztin auf Hof Springbek im Einsatz und deshalb nur telefonisch erreichbar. In dringenden Notfällen ist eine Vertretungsregelung abgesprochen, rufen Sie mich einfach an.





Neue Vorträge online

Unter der Rubrik "Mehr Wissen" finden Sie ab sofort drei meiner Vorträge zu den Themen Immuntherapie, Infektionskrankheiten und Tumorerkrankungen zum Download.

 

 


Mai 2018

Endlich: Das neue Praxisauto ist da!

Nach wochenlanger Ungewissheit und schier endloser Wartezeit ist mein richtiges Praxisauto nun da. Jetzt habe ich reichlich Platz, um jederzeit alle Geräte (mobiles digitales Röntgen, Ultraschall, Zahnwerkzeug, Endoskop usw.) an Bord zu haben und somit Ihren und Euren Pferden und Ponys noch besser in allen Lebenslagen helfen zu können.

Ab sofort bin ich also an dem blauen Bus mit Praxislogo (und nicht mehr an dem exotischen Braunschweiger Kennzeichen) zu erkennen.




 

April 2018

Es ist wieder Messezeit

Seit vielen Jahren bin ich Teil des Teams um Anke Rüsbüldt, der verantwortlichen Tierärztin auf der Hansepferd in Hamburg. Es ist mir alle zwei Jahre wieder eine Freude, mich in einem eingespielten Team aus drei Tierärztinnen mit um das Wohlergehen der teilnehmenden Pferde und Ponys während der Messe zu kümmern und zu einer gelungenen Veranstaltung für Pferdefreunde beizutragen. 

Von Donnerstag, 19. April, bis Sonntag, 22. April, bin ich deshalb in Hamburg und kann nur telefonisch, aber nicht persönlich, für Sie und Ihre Pferde da sein.

Eine Notdienstregelung ist mit den Nachbarkollegen abgesprochen, rufen Sie mich einfach an. Vielen Dank für Ihr Verständnis und vielleicht bis bald auf der Hansepferd!

 



Neuer Dauerpraktikant an Bord

Ab sofort begleitet mich Fridolin, ein kleiner schwarzer Pudel mit sehr großen Pfoten, passt auf das Praxisauto auf und sorgt für jederzeit fröhliche Stimmung im Praxisalltag.

Nachdem meine Schwester vor einigen Tagen diesen wuscheligen und offenbar herrenlosen Hund davor bewahrt hat, auf einer viel befahrenen Hamburger Straßenkreuzung unter die Räder zu kommen, habe ich mich leichten Herzens entschlossen, dem Hundekind ein neues Zuhause zu geben.

Herzlich willkommen im Team, lieber Fridolin!




März 2018 

Ich freue mich sehr, dass ich gebeten wurde, für die Frühjahrsausgabe der süddeutschen Pferdefachzeitschrift "Pferde Zucht & Haltung" einen Artikel zu meinem "Herzensthema" Magengeschwüre beim Pferd, dem ich mich in den letzten Jahren für meine Doktorarbeit und im tierärztlichen Alltag ausgiebig gewidmet habe, zu verfassen. 

Den Artikel können Sie hier herunterladen. Viel Freude beim Lesen! Wenn Ihnen Fragen zur Magengesundheit Ihres Pferdes unter den Nägeln brennen sollten, sprechen Sie mich einfach an.